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Freitag, 22. Februar 2013

[COMIC] Marc Guggenheim & Alex Maleev: Stephen King's - N.



Nachdem mir der zuletzt hier vorgestellte Comic zu wenig Story hatte um mich lange zu halten, begab ich mich in den Comic Laden um die Ecke. Dort schilderte ich mein Anliegen und lies mir mehrere Graphic Novels zeigen. Schlussendlich siegte aber der Geldbeutel und bisherige Erfahrungen.

Der vorliegende Comic war mit 15€ gerade so noch im Rahmen und die schon mal erwähnte „The Dark Tower“ Comic Reihe von Stephen King waren überzeugend. Dieser hier ist eine Adaption von Stephen King’s Kurzgeschichte „N.“ welche 2008 in der Sammelausgabe „Just after Sunset“ (dt. Titel: Sunset) erschien. Den Skript dazu schrieb Marc Guggenheim, für die Bilder war Alex Maleev zuständig.

Die Aufmachung ist schön und liebevoll gestaltet, mit verstärkten und eingeklappten Coverkarton. Im Anhang lassen sich ebenso Entstehungsgeschichte als auch Skript- und Zeichenskizzen wiederfinden. Druck und Papier erscheinen mir ebenso sehr hochwertig zu sein, sprich handwerklich ein 1A Produkt!

Was mich einzig daran stört ist die Art der Präsentation. Im Grunde hab ich nichts gegen Zitate über das Werk auf dem Klapptext, allerdings baut die comiceigene Beschreibung darauf auf und – (Transfusion zum Inhalt!) enttäuscht mich dabei sehr mit der Realität.

„Man findet selten einen Horror-Comic, der einen tatsächlich dazu bringt, sich nach Schatten umzudrehen und […] Extralichter […] anzumachen“ 

von Chad Derdowski  (Mania.com) steht dabei wunderbar Pate! Eben weil ich King kenne, erwarte ich jetzt auch etwas sehr beängstigendes und außergewöhnliches. Für einen Comic mag er vielleicht durchaus Komplex sein, ich empfand ihn aber zu keinem Zeitpunkt als gruselig oder bedrohlich.

Das ist wie wenn eine Geisterbahn mit dem Horror meines Lebens wirbt und dann zwar eine schöne Fahrt mit Innovationen bietet, dabei aber vergisst mich zu erschrecken.

Inhaltlich ist das ganze etwas verschachtelt. Aufgeteilt in 4 Kapiteln startet das Expose im Jahr 1911. Irgendetwas Schreckliches passiert auf der Ackermann Ranch, die mit dem Tod aller Beteiligten endet.

2008 schreibt Sheila einen Brief an ihren Bekannten Charlie. Ihr Mann John, ein Psychiater ist durch einen Selbstmordversuch gestorben, nachdem ihm der Fall mit dem Patient namens „N.“ zu sehr mitgenommen hat.

Patient „N.“ war bei ihm zur Behandlung und berichtete von seltsamen Steinen auf der Ackermann Ranch, welche von elementarer Bedeutung waren. So sah er in ihnen Gesichter und meinte, mal nur 7 und manchmal 8 gesehen zu haben. 8 wäre eine gute Zahl, 7 hingegen nicht. Etwas Böses musste bewacht werden, nur gerade Zahlen waren gut und der Steinkreis eine schwere Bürde für seine Wächter.



Mehr will ich inhaltlich an dieser Stelle nicht verraten, interessant hierbei ist nur die „Kamera“-Führung, welche durch geschicktes Zoomen die Handlung vorwärts oder rückwärts gewandt voran treibt. Zeichnerisch unterstützt wird das ganze durch Abbildungen von Zeitungsartikeln, Briefen und Bildern. Manche Szenen wiederholen wortwörtlich bekanntes aus einem anderen Blickwinkel und zeitlich versetzt, sind aber klar und logisch strukturiert – nur eben nicht eindimensional und linear. Vom Erzählverlauf gefällt mir das wunderbar!

Der Zeichenstil ist hierbei recht rau und grobkörnig, sehr düster gehalten mit matten und verwaschenen Farben. Wenig Licht, kaum Glanz – darüber hinaus eher Tristesse was die Verzweiflung, den Wahn und die Besessenheit glaubwürdig unterstreicht. Mein Zeichenstil ist es aber eher nicht. Ich bevorzuge mehr klare Konturen und Kontraste. Ist aber eine rein subjektive Empfindung.

Das schwierigste ist jetzt ein abschließendes Fazit. Zeichenstil ist homogen und in sich geschlossen, allerdings nicht ganz nach meinem Geschmack, Aufmachung und Qualität des Buchs ist hervorragend, die technische Inszenierung des Plots wirklich gut durchdacht, inhaltlich logisch und vollendet, in meinen Augen aber nicht überragend interessant. Was mich am meisten nur stört, ist die eingangs erwähnte Präsentation, da sie mir ein mehr suggeriert, als ich wiederfand. Erinnert mich an „Am Ende war die Tat“ von Elizabeth George.

Es waren Erwartung, Anspruch und Realität welche für mich nicht im perfekten Verhältnis zueinander standen. Ansonsten kann ich wenig kritisieren und jeder sollte sich diesen Comic vorher am besten selbst anschauen. Generell habe ich das Gefühl, das bei Comics Nuancen über Gefallen und Nichtgefallen entscheiden können. Etwas Besonderes ist es auf jeden Fall, nur wahrscheinlich nicht für jeden.

Mittwoch, 4. Juli 2012

[COMIC] Purgatory: God Killer #1 (von 2) (Chaos Comics Deutschland)


Ich hab keine Ahnung, wie genau ich jetzt ein Review über einen Comic abhalten soll, es gehört meiner Meinung nach aber ebenso zur Literatur dazu. Darüber kann man sich jetzt streiten, aber nicht an dieser Stelle.
                             
Comic Erfahrung meinerseits, gering ehrlich gesagt. Klar Donald Duck und Co. sind mir vertraut, Asterix ebenso – aber irgendwie hört es da schon auf. Ich hatte eine zeitlang vom Nachhilfe Unterricht Comics für Erwachsene auf französisch, aber da hab ich ehrlich gesagt kein Wort verstanden.

Als erste zählbare Referenz führe ich die „The Dark Tower“ Comic Reihe von Stephen King auf, von welcher ich den ersten Band  „The Gunslinger Born“ las. Gut der Slang war auf englisch auch nicht gerade so verständlich, aber ich kam damit einigermaßen klar. Zeichnung und Plot fand ich sehr gelungen und ich hab somit ein Level von dem aus ich anfangen kann.

Wirklich vergleichbar ist der vorliegende Comic allerdings nicht. Purgatory sagte mir auch nur insofern etwas, dass meine erste gekaufte CD von Iced Earth die „Days of Purgatory“ war und gleich genannte Heldin auf dem Cover prangte. So gesehen waren es eher nostalgische Gründe, welche mich bewogen ca. 8 Jahre nach dem damaligen CD Kauf, auf einer Platten und Comic Börse mir diesen Comic zu angeln.

Problem 1: Die Purgatory Serie ist eine endlos lange Reihe von Einzelheften von deren Chronologie ich nicht die geringste Ahnung habe.

Lösung: Einfach ignorieren und drauf los lesen, denn…

Problem 2: Die Story ist so was von ultradünn und immergleich. Ich hab mir den ganzen Plot im Netz reingezogen, vom ewig währenden Kampf der ägyptischen Vampirgöttin
gegen Lady Death und Co. bei dem immer wieder ein neuer stärkerer Gegner kommt, den sie mit viel Geschrei und Dramatik besiegt und Purgatory immer irgendwann wieder gefangen wird, wenn sie es fast geschafft hat und somit jedes mal von ganz unten anfangen muss.

Fokussiert auf das vor mir liegende Heft lässt sich die Geschichte wie folgt beschreiben:

Purgatory wacht ultraknapp bekleidet und mit zerrissenen Klamotten in einem Bett auf, hat einen kurzen Blackout, wird aber von ihrer Liebesgefährtin der letzten Nacht, Rakshasa beruhigt. Da dämmert es ihr auch schon: sie wurde mit fünf anderen Leuten eingeladen die Essenz der drei zurückgehrenden ägyptischen Götter aufzunehmen und wurde wohl kurz zuvor von dem Amerikaner Davis beinahe gehäutet.

Da schaltet sich schon ein Totenbeschwörer in ihrem Geist ein und ehe sie sich versieht ist sie eingesperrt in einem Käfig und bekommt die Regeln erklärt. Von den sechs Anwärtern müssen jeweils zwei gegeneinander kämpfen um von den Göttern begünstigt zu werden. Purgatory ist hierbei besonders scharf auf die Macht von Set, genauso wie eben Davis auch.

Mit ihrer telekinetischen Fähigkeiten schlüpft Purgatory in die Geister der anderen Akteure und sieht zuerst den Kampf um die Macht Tehuts, anschließend den Fight für die Gunst Lady Isis den ihre Freundin gewinnt und muss anschließend selbst ran.

Danach braucht sie nur noch den Beschwörungsstein, zu dem sie auch noch einen Kampf zu fighten hat, da die unterlegenen Gegner nicht abziehen solange sie nicht tot sind und DANN gibt es auf der letzten Seite noch eine Überraschung, weil dann ist da schon wieder wer und mehr siehe nächstes Heft….

Wie gesagt, die Story ist mehr als flach, Sätze wie „Als Produkt einer Vergewaltigung durch einen Dämonen tötete Rakshasa den Mann ihrer Mutter bei der Geburt“ sind Gang und Gebe. Die Kämpfe sind mir viel zu kurz um diesen Hollywood alike „Spannungsbogen“ von Der-Held-kämpft-stirbt-fast-kämpft-doch-noch-weiter-bis-zum-Comebacksieg wirklich zu durchlaufen, 2-3 Bilder sind da rein plakativ und nicht wirklich dramatisch. So präsentiert sich der Comic farbenfroh, äußerst blutig, spektakulär, großbrüstig und insgesamt in meinen Augen stark gezeichnet. (Meine Lieblingsseite hab ich mal eingescannt, nicht wegen den Titten – dem wütenden Gesichtsausdruck!!! *g*.)

So was finde ich ganz nett, aber jedes Mal 3€ für die 5 Minuten Lektüre zu zahlen ist mir für den gesamten Plot um ein vielfaches zu teuer, ganz abgesehen davon, dass es die meisten Comics gar nicht mehr gibt, da die Serie längst eingestellt wurde bzw. Chaos Comics insolvent gegangen ist. Für dieses Vermögen welches ich dafür auf den Tisch blättern müsste, sind mir nur gute Bilder dann doch zu wenig. Einzelexemplare zum kurzweiligen Zeitvertreib gerne, mehr aber wirklich nicht. Es blieb dann halt doch bei der Nostalgie…